Inhaltsverzeichnis
Die Pflegepflichtversicherung reicht im Ernstfall oft nicht aus. Beamte sollten sich deshalb frühzeitig Gedanken um eine zusätzliche private Pflegeabsicherung machen. Denn auch wenn Beamte beim Wechsel in die private Krankenversicherung bereits in der privaten Pflegepflichtversicherung abgesichert sind, deckt diese nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten ab. Wer hier nicht zusätzlich vorsorgt, riskiert erhebliche finanzielle Belastungen für sich und seine Familie.
In diesem Artikel erfährst du, warum eine private Pflegezusatzversicherung für Beamte wichtig ist, wie sie mit Beihilfe und Pflegepflichtversicherung zusammenspielt und welche Tarife besonders sinnvoll sind.
Pflegeversicherungspflicht für Beamte: Was gilt?
Beamte sind verpflichtet, eine Pflegeversicherung abzuschließen. Sie können in der sozialen Pflegeversicherung versichert sein, erhalten dort jedoch keinen Arbeitgeberzuschuss wie Angestellte. Deshalb entscheiden sich viele Beamte – ähnlich wie bei der Krankenversicherung – für die private Pflegepflichtversicherung im Rahmen der PKV.
Hinweis: Je nach Bundesland sind Ausnahmen möglich. Im Rahmen des sogenannten Hamburger Modells können Beamte auf die individuelle Beihilfe verzichten und stattdessen einen Zuschuss zu einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung erhalten.
Die Vorteile einer privaten Pflegeversicherung:
- Beiträge orientieren sich nicht am Einkommen
- Tarife lassen sich optimal auf die Beihilferegelung abstimmen
- Beiträge deutlich günstiger als für die gesetzliche Pflegepflichtversicherung
Was zahlt die Beihilfe im Pflegefall?
Beamte erhalten im Pflegefall Beihilfeleistungen, allerdings nur anteilig. Je nach Bundesland und Familienstand werden in der Regel zwischen 50 und 70 Prozent der pflegebedingten Aufwendungen übernommen. Der verbleibende Teil muss über die Pflegepflichtversicherung und gegebenenfalls privat abgesichert oder selbst getragen werden. Insgesamt entspricht der Leistungsumfang für Beamte damit in etwa dem Absicherungsniveau gesetzlich Versicherter in der sozialen Pflegeversicherung.
Deshalb ist eine ergänzende private Pflegezusatzversicherung ratsam. Sie schließt die finanzielle Lücke zwischen Beihilfe und tatsächlich entstehenden Kosten, z. B. bei:
- Stationäre Pflege im Heim
- Ambulante Pflegeleistungen
- Pflegehilfsmitteln und Umbauten
Eigenanteil im Pflegefall – stationärer Aufenthalt
Der Eigenanteil für einen stationären Aufenthalt im Pflegeheim beträgt 3.542 Euro – unabhängig vom Pflegegrad. Je nach Aufenthaltsdauer erhöht sich der Zuschuss der Pflegekasse.
| Aufenthaltsdauer im Pflegeheim | Zuschuss der Pflegekasse zum EEE* | Eigenanteil nach Zuschuss pro Monat |
| bis 12 Monate | 297 Euro (15 %) | 3.245 Euro |
| ab 12 Monate | 595 Euro (30 %) | 2.947 Euro |
| ab 24 Monate | 991 Euro (50 %) | 2.551 Euro |
| ab 36 Monate | 1.487 Euro (75 %) | 2.056 Euro |
Eigenanteil im Pflegefall – ambulante Pflege
| PG 1 | PG 2 | PG 3 | PG 4 | PG 5 | |
| Gesamtkosten | 516 Euro | 1.397 Euro | 2.422 Euro | 3.841 Euro | 4.279 Euro |
| Staatliche Leistung | 0 Euro | 796 Euro | 1.497 Euro | 1.859 Euro | 2.299 Euro |
| Eigenanteil | 516 Euro | 601 Euro | 925 Euro | 1.982 Euro | 1.980 Euro |
Welche Optionen haben Beamte?
- (weil Pflicht) – private oder soziale Pflegepflichtversicherung
- Pflegezusatzversicherung als Tagegeld: Freiwillige Absicherung, um die Versorgungslücke zu schließen
- Pflege-Bahr als geförderte Pflegezusatzversicherung
- Pflegerentenversicherung: Diese wird nach Art der Lebensversicherung abgeschlossen. D.h. die Beiträge werden gleichbleibend kalkuliert. Die Leistung wird als monatliche Rente, abhängig vom Pflegegrad, bezahlt
- Pflegekostenversicherung: Die Leistungen dieser Versicherung sind zweckgebunden
Vorteile einer privaten Pflegezusatzversicherung
- In jungen Jahren kann der Gesundheitszustand durch geringe Beiträge “gesichert” werden
- Schutz vor hohen Eigenanteilen
- Beitragsbefreiung im Leistungsfall möglich
- Leistungen auch im Ausland (je nach Tarif)
- Freie Verwendung des Tagegeldes
- Oft keine Gesundheitsprüfung bei Pflege-Bahr-Tarifen
Was kostet eine private Pflegeversicherung für Beamte?
Die Beiträge sind vom Eintrittsalter, dem gewählten Tarif und dem Gesundheitszustand abhängig. Junge Beamte können bereits ab 10 bis 20 Euro im Monat eine gute Absicherung erhalten.
Ein Beispiel:
- 30-jähriger Beamter
- 50 Euro Pflegetagegeld im Pflegegrad 5
- Beitrag: ca. 15 Euro/Monat
Wann lohnt sich der Abschluss?
Je früher, desto besser. Mit steigendem Alter und möglichen Vorerkrankungen wird die Absicherung teurer oder schwieriger. Gerade für junge Beamte in Ausbildung oder auf Probe ist der Einstieg sinnvoll und oft besonders günstig.
Wichtig: Tarife mit dynamischer Anpassung der Leistungen (Inflationsausgleich) wählen.
Warum Beamte unbedingt vorsorgen sollten
Im Pflegefall geht es schnell um mehrere tausend Euro Eigenanteil pro Monat. Die Beihilfe deckt nur einen Teil der Kosten ab. Mit einer privaten Pflegeversicherung sicherst du dich und deine Familie ab – ohne finanzielle Risiken.
Wir helfen dir gerne, den passenden Tarif zu finden. Neutral, ehrlich und auf Augenhöhe.
Jetzt beraten lassen und auf der sicheren Seite sein.
Deine Ziele verdienen einen klaren Plan
Starte jetzt mit einer kostenlosen Beratung und erfahre, wie du Gesundheit, Vorsorge und Vermögensaufbau sinnvoll kombinierst.












